240 IV. Auch eine Philosophie
eine große Bibliothek von solchen Büchern! bald dieAcgyptcr zu alt gemacht, und aus ihren HieroglyphenKunstanfängen, Polizey.-Vcrfafsungen, welche Weis-heit geklaubt *) ! bald sie wieder gegen die Griechen solief verachtet **) — bloß weil sie Aegyptcr und nichtGriechen waren, wie meist die Liebhaber der Grie-chen, wenn sie aus ihrem Licblingslande kamen.Offenbares Unrecht!
Der beste Geschichtschreiber der Kunst des Alter-khums, Winkelmann, hat über die Kunstwerkeder Aegypter offenbar nur nach Griechischem Maß-stabe gcurtheilt, sie also verneinend sehr gut,aber nach eigner Natur und Art so weniggeschildert, daß fast Key jedem seiner Satze in die-sem Hauplstück das offenbar Einseitige und Schie-lende vocleuchtet. So Webb, wenn er ihre Li-teratur der Griechischen entgegen fetzt, somanche andre, die über Aegyp tische Sittenund N e g i er u n g s so r m gar mit EuropäischemGeist geschrieben haben. — Und da cs den Aegyp-tern meistens so geht, daß man zu ihnen aus Grie-chenland und also mit bloß Griechischem Auge kommt— wie kanns ihnen schlechter gehen? Aber theuretGrieche! diese Bildsäulen sollten nun nichts weniger,(wie du aus allem wahrnehmen könntest,) als Mu-ster der schonen Kunst nach deinem Ideal scyn!
voll
*) Kircher, D'orignr, Blackwell U. s. w.
**) Wood, Webb, Winkelmann, Newton, Boltairebald eins, bald das andere, pro loco ettempsre»