der Geschichte der Menschheit. 287
Fleiß, Bürgertreue nennen wollen, die abernicht orientalisches Gefühl war. Dem Morgenlän-der, wie ekelt ihm noch jetzt Ackerbau, Städ-teleben, Sclave rey in Kunst Werkstät-ten! wie wenig Anfänge hat er noch nach Jahr-tausenden in allem dem gemacht: er lebt und webt
als ein fceyes Thier des Feldes. Der Aegypter imGegentheil, wie haßte und ekelte er den Viehhir-ten, mit allem, was ihm anklebte! eben wie sichnachher der feinere Grieche wieder über den lastba-r c n Aegypter erhob — es hieß nichts, als demKnaben ekelte das Kind in seinen Windeln, derJüngling haßte den Schulkerker des Knaben; imGanzen aber gehören alle drey auf- und nacheinander. Der Aegypter ohne morgenländischenKindesunterricht wäre nicht A eg y p r e r, der Griecheohne Aegyptischen Schulfleiß nicht Grieche — ebenihr Haß zeigt Entwickelung, Fortgang,Stufen der Leiter!
Zum Erstaunen sind sie, die leichtern Wegeder Vorsehung: sie, die das Kind durch Religionlockte und erzog, entwickelte den Knaben durch nichtsals Bedürfnisse und das liebe Muß derSchule. Aegypten hatte keine Weiden —der Einwohner mußte also Ackerbauwohl lernen:wie sehr erleichterte sie ihm dies schwere Lernen durchden fruchtbringenden Nil. Aegypten hattekein Holz: man mußte mit Stein bauen lernen:Steingruben genug da, der Nil bequemda, sie fortzubringen — wie hoch ist die Kunst gestie-gen! wie viel entwickelte sie andre Künste! DerNil überschwemmte: man brauchte Ausmes-