der Geschichteder Menschheit. 2.?i
gesagt — in unsrer philosophischen, kalten Europäi-schen Welt wohl nichts, gar nichts ihres gleichenhat. Und eben wcil wir so unfähig sind, sie mehrzu verstehen! zu fühlen! geschweige denn zugenießen — so spotten wir, l a u g n e n undmißdeuten! der beste Beweis!
Ohne Zweifel gehört hiezu auch Religion,oder vielmehr war Religion ,,das Element,in dem das alles lebt' und webte." Auchvon allem göttlichen E i n d r u c k be» S c h ö-pfung und frühester Pflege dcS Menschenge-schlechts , (dem Ganzenso nöthig, als jedem ein-zelnen Kinde nach seiner Geburt Pflege der Ael-tern,) von allem dem auch den Blick entfernt, wennGreis, Vater, König so natürlich G o t te s Stel-le vertrat, und sich eben so natürlich der Gehor-sam unter väterlichen Willen, das A »-kleben an alte Gewohnheit, und die ehr-furchtsvolle Ergebung in den Wink desObern, der das Andenken alter Zeiten hatte *),mit einer Art von kindlichem Religions-Gesü hl mischet — meistens denn , wie wir aus demGeist und Herzen unsrer Zeit so sicher wabncn **),nichts anders als Betrüger und Bösewichterseyn, dke dergleichen Ideen a u fd r a n g e n , argli-stig erdichtet hatten, und argwütherisch miß-brauchten? Mags seyn, daß dergleichen Neli-
*) Montesq. espr. I. 2g.. 25 .
**) Volisire xlul. cle l'higt. klelvsi. Lou-is N Z e r eio.