226 IV. Auch eine Philosophie
muthige Familie des Allvaters: diese Welt sein täg-licher Anblick: an sie mit Bedürfnis und Genuß
geheftet: gegen sie mit Arbeit, Vorsicht und mil-
dem Schutze strebend — unter diesem Himmel, indiesem Elemente Lebenskraft, welche Gedan-ke n f o r m , welch ein Herz mußte sich bil-den! Groß und heiter, wie die Natur! wie sie,im ganzen Gange still und muthig! langes Le-ben, Genuß sein selbst auf die unzerglicder-lichste Weise, Ei nt Heilung der Tage, durchMuhe und Ermattung, Lernen undBehalten — siehe, das war der Patriarch fürsich allein. — Aber was für sich allein? derSegen Gottes durch die ganze Natur, wo war erinniger, als im Bilde der Menschheit, wiees sich fort fühlt und fortbildet: im
Weibe für ihn geschaffen, im Sohnseinem Bilde ähnlich, im Gottes g e-schlecht, das ringsum und nach ihm die Erdefülle. Da war Segen Gottes sein Segen: sein,die er regiert; sein, den er erzieht; sein, dieKinder und Kindeskinder um ihn ins dritteund vierte Glied, die er alle mit Religion undRecht, Ordnung und Glückseligkeit leitet, — Diesdas urvmsgezwungene Ideal einer Patriarchen-Welt, auf welches alles in der Natur trieb:außer ihm kein Zweck des Lebens, kein Moment,Behaglichkeit oder Kraftanwcndung zu denken, —Gott! welch ein Zustand zu Bildung der Natur inden einfachsten, nothwendigsten, angenehmsten Nei-gungen ! — Mensch, Mann, Weib, Va-ter, Mutter, Sohn, Erbe, PriesterG o t k e s , R e ge nt und Hausvater, für alle