»24 VI. Auch eine Philosophie
Menschheit/ aber zugleich der tiefste — wie düsalles, ich will nicht fragen, erbildet, nur angebil-det, fortgebildet werden, als--- durch jene stille,ewige Macht des Vorbilds, und einerReihe Vorbilder mit ihrer Herrschaft um sichher? Nach unferm Lebensmaaße Ware jede Erfin-dung hundertfach verletzten gegangen; wie Wahnentsprungen und wie Wahn entflohen --- welcherUnmündige sollte sie annehmen? welcher zu baldwieder Unmündige sie anzunehmeN zwingen? Eszerfielen also die ersten Bande der Menschheit imUrsprünge; oder vielmehr, damals so dünne kurzeFaden, wie hätten sie je die starken Bande werdenkönnen, ohne die, selbst nach Jahrtausenden derBildung, das menschliche Geschlecht durch bloßeSchwächung noch immer zerfallt? — Nein!mit frohem Schauer stehe ich dort vor der heiligenCedet eines Stammvaters der Welt! Ringsumschon hundert junge blühende Bäume, ein schönerWald der Nachwelt und Verewigung! aber siehe!die alte Ceder blüht noch fort, hat ihre Wurzelnweit umher, und tragt den ganzen jungen Waldmit Saft und Kraft aus der Wurzel. Wo derAlkvater auch seine Kenntnisse, Neigungen und Sit-ten her habe? was und wie wenig diese auchseyn mögen? ringsum hat sich schon eine Weltund Nachwelt zu diesen Neigungen und Sitten,bloß durch die s t i l l e, kräftige, ewige An-schauung seines Gottesbeispiels gebildetund fest gebildet! zwei Jahrtausende waren nurMi Generationen,
Jndcß