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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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III. Tithon und Aurora.

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3) Daß, wenn Kräfte im Streben sind, so-wohl zur Blüthc, als zur Auflösung, ihr Gangschneller sen, und sich ihnen Alles zu assimilirenscheine, bis kleine Umstände, oft wiederum einzelneMenschen, dem Strom eine andere Richtung geben,die abermals ein Resultat der lebendigen Gegen-wart der Dinge ist, ob sie gleich bisweilen eineWirkung des Zufalls scheinet.

4 ) Daß endlich, um jenen fürchterlichen An-fallen, die man Staatsumwälzungen nennet, unddie dem Buche der Menschenordnung ganz fremdewerden sollten, zuvorzukommen, der Staat keinanderes Mittel habe, als das natürliche Verhältniß,die gesunde Wirksamkeit aller seiner Thcile, denmuntern Umlauf seiner Safte zu erbalten oder wie-der herzustcllen, und nicht gegen die Natur derDinge zu kämpfen. Früher oder spater muß. diestärkste Maschine diesem Kampfe unterliegen; dieNatur aber altert nie, sie verjünget sich periodischin allen ihren lebendigen Kräften.

Die schüchterne Natur des Menschen, die,immer mit Furcht und Hoffnung umgeben, oft ferneUebel als gegenwärtig ahnet, und Tod nennet,was ein gesunder Schlummer, eine nothwendige,heilbringende Erholung ist, betrügt sichftürneistensin ihren Weissagungen über Länder und Reiche. Esschlafen Kräfte, die sie nicht gewahr wird; es ent-wickeln sich Fähigkeiten und Zeitumstände, auf diesie nicht rechnen konnte; gewöhnlich aber steuertunser Urtheil, wenn es auch wahr ist, zu sehr aufEine Seite.Soll Dies leben, sagt man, somuß Jenes sterben," ohne daß man bedenkt, ob