Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

214 III. Tithon und Aurora.

soll bci ikm verjüngt werden? Ist es der Boden?die Luft? der Himmel? und wie werden diese insBessere oder Schlechtere verändert? Sind es Aecker,Wiesen, Wälder, Salzquellen, Bergwerke, Bäume?oder ist» ihre Bearbeitung, der Gewinn und dieAnwendung ihrer Produkte? Sind cs diese allein,oder ists der Mensch selbst, sein Geschlecht, seineSitten, seine Erziehung und Lebensart, seine Grund-sätze und Meynungen, seine Verhältnisse und Stän-de? Und wie werden diese verändert? Durch Redenund Schriften, oder durch Einrichtungen und einzweckmäßig - fortgesetztes Handeln? Und welchenZweck soll diese Veränderung erreichen? Den Ucber-fluß Weniger? die Bequemlichkeit und TrägheitVieler? oder die Glückseligkeit Aller? Und worinbestehet diese? In Künsten und Wissenschaften?im Scheine oder im Seyn? in schwatzhafter Auf-klärung oder in wahrer Bildung? Alle diese undvielleicht mehrere Fragen müßten mit feiner Rücksichtauf Ort, Zeit und Umstände, mit Zusammenhal-tung älterer Beispiele und ihrer Folgen erörtertwerden, woraus sich alsdann vielleicht ergäbe:

r) Daß Land und Volk nie oder sehr spätveralten; daß aber Staaten, als Einrichtungen derMenschen, als Kinder der Zeiten, ja oft als bloßeGewächse des Zufalls, glücklicher Weise Alter undJugend, mithin eine immer fortgehende unmerklicheBewegung zum Wachsthum, zur Blüthe, oder zurAuflösung haben.

2) Daß Menschen, oft einzelne Menschen,diese Perioden verzögern oder befördern können, ja,daß man sie meistens durch die entgegengesetztenMittel befördere.