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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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210 III. Tithon und Aurora.

Der vortreffliche Paolo Sarpi hat eineAbhandlung geschrieben, deren Titel mich sehr rechte.Ec hieß:wie Meynungen in uns gebo-

ten werden und sterben." Ich war aufihren Inhalt sehr begierig. Db ich nun gleich ausFoscarini's Auszüge bei Griselini sah, daßsie, was ich vermuthcte, nicht eigentlich enthaltenmöchte: so kam mir diese vortreffliche Aufgabe dochmehrmals in die Gedanken. Viel sind der Wege,auf denen wir von der frühesten Kindheit an zuMeynungen gelangen, mit denen wir uns Leib undSeele überkleiden; viele davon halten sehr fest, unddie albernsten haben wir meistens hinter unsre in-neste neunte Haut verborgen, wo sie ja niemandantaste! Unglücklicher Weise tastet sie die Zeit den-noch an, oft mit sehr rauhen Händen; und wernun, um sein Leben, d. i. Vernunft, Ruhe unddas Selbstgefühl eines inneren Werthes zu retten,dem antastcnden Satanas nicht Haut und Haarvon Meynungen lassen kann, der ist in Übeln Hän-den. Denn was bloße oder gar falsche Meynung ist,geht im scharfen Feuer der Läuterung gewiß unter.Jsts nicht aber etwas Besseres, was dagegen em-por kommen soll? Statt der auf Autorität, odergar, wie Franklin erzählt, aus Höflichkeit an-genommenen Meynungen soll Wissen aus Uebcrzeu-gung, Vernunft durch eigne Prüfung bewährt,und eine selbst - errungene Glückseligkeit unser Theilwerden. Der alte Mensch in uns soll sterben, damiteine neue Jugend empor keime.

Wie aber soll das zugehen? Kann der Menschin seiner Mutter Leib zurück gehen und geboren