Lvg III. Tithon und Aurora.
der Vernunft und Billigkeit dient, kommt der Noch-Wendigkeit zuvor, und darf oft mit Oberons Lilien-stabe nur winken, so sprießen hier statt der verwelk-ten neue Blumen, so reifen dort, wenn die Blü-thenzeit vorüber ist, nährende Früchte. Der jungenSprosse kommt er zu Hülfe, und nimmt sie inSchutz gegen das unterdrückende Unkraut. Den al-len wilden Baum hauet er nicht ab, sondern impftihm mildere Früchte ein, und der verjüngte Baumwird sich selbst seines edleren Daseyns wundern. Einkleiner Vorsprung solcher Art, den Ein Volk vordem andern nahm, hat ihm oft auf Jahrhunderteunerreichbare Vorzüge gegeben. Daß England ineinigen Constitutions-, Finanz- und Handelspunc-ten das, was in andern Nationen lange vorher keim-te , aber aus Thorheit und Leidenschaft unterdrücktward, nur etwas früher annahm und zur Anwen-dung brachte; dies hat ihm die Stelle gegeben,auf welcher er jetzt steht. Nach Mancherley gewaltsa-men Revolutionen, die wie blutige Gewitterregenvorüber gingen, gelang es eben der sriedsamsten,der stillsten Revolution, eine neue Wirksamkeit zuerregen, und dadurch das Glück einer lebendigenVerfassung auf Jahrhunderte hin zu gründen. Hättees zu Wilhelms III. Zeiten die Feudal-, Kriegs-und Focstgesetze Wilhelms des Eroberers erneuernwollen, wo wäre es jetzt?
Alle Stande und Einrichtungen der Gesellschaftsind Kinder der Zeit; diese alte Mutter gebar,nährte, erzog sie; sie schmückte, st.-.ete sie aus,und nach einem langen oder kurzen Leben begräbt siesie, wie sie sich selbst begrabt und wieder verjünget
Wer