Lo6 III. Tithon und Aurora.
bracht, das Innerste gleichsam herausgekehrt, unddie Entwicklung, der bey jedem Schritt eine gütigeEpigenese bcytritt, so vollendet ist, als sie untergegebenen Umstanden vollendet werden konnte.
Man ist gewohnt, jedes einzelne, zumahl le-bendige Wesen, als ein isolirtes Ganze zu betrach-ten; eine nähere Ansicht aber zeigt, daß es mit Bo-den^ Klima, Witterung, Mit dem periodischen Athemder ganzen Nütuc zusammenhangt, daß cs ebenhiernach länger oder kürzet dauert, früher alt wird,oder sich leichter verjünget. Der Mensch, ein ver-nünftiges, moralisches und politisches Geschöpf, lebtvermöge dieser Zähigkeiten und Kräfte in einemeignen unendlich weiten Elemente. Sei-ne Vernunft hängt mit der Vernunft andrer, seinemoralische Bildung mit dem Betragen andrer, seineAnlage, sich als ein freyes Wesen selbst und mitandern zu constttuiren, hängt mit der Denkart, derBilligkeit und der wirksamen Unternehmung Vielerso genau zusammen, daß er außer diesem Elementein Fisch auf trocknen» Lande, ein Vogel in luft-leerem Raume seyn muß. Seine besten Kräfte er-sterben; seine Fähigkeit bleibt ein todtes Vermögen,und alle Anstrcbung außer Zeit, Ort Und Mithülfeder Elemente ist wie das Erscheinen einer Blumemitten im Winter. Die Nütur Macht Jahrszeiten,sie fördert Kräfte, sie fördert sie auch im Menschen-geschlechte. Einzelne Menschen, Stände, Eorpüra-tionen, ganze Gesellschaften und Völker können mitdiesem Strome nur forlgehen, sie haben alles ge-khan,-wenn sie in seinem Lauft klug steuern. Glau-be doch niemand, daß, wenn alle Regenten auf der
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