III. Tithon und Aurora. Loö
Tod in neues Leben verwandelt. Lasset uns sehen,was das Mittel in sich fasse, und wie es heile?
Wenn wir der Natur Einen Zweck auf der Er-de geben wollen, so kann solcher nichts seyn, alseine Entwickelung ihrer Kräfte in allenGestalten- Gattungen und Arien. DieseEvolutionen gehen langsam, oft unbemerkt fort,und meistens erscheinen sie periodisch. Auf dieNacht des Schlafs folgt der Morgen des Erwa-chens ; unter dem Schatten Jener hatte die NaturKräfte gesammelt, Diesem, dem Morgen, munterzu begegnen. In den Lebensaltern der Menschendauert die Kindheit lange; langsam wachset Körperund Geist, bis mit zusammen genommenen Kräftendie Blume der Jugend bervvr bricht, und die Fruchtspäterer Jahre allmählich reifet. Sehr unrecht hakmau diese Perioden der Entwicklung Revolutionengenannt: hier rcvolvirt sich nichts, aber entwi-
ckelt (evolvirt) werden die Kräfte. Immer kom-men verborgenere, tiefer liegende zum Vorschein, dieohne manche vorher gehende nicht thatig werden konn-ten. Deswegen machte die Natur Perioden; sie ließdem Geschöpf Zeit, von einer überstandenen An-strengung sich zu erholen, um eine andre noch schwe-rere fröblich anzufangen und zu vollenden: denn
ohne Zweifel sind, wenn das Gewächs die Blumehervor treibt, oder sich in ihr die Frucht bildet, in-nigere, feinere Kräfte regsam, als da der Saft inden Stängel trat, und sich die untersten Blätteran ihm erzeugten. Nicht eher verläßt die Natur,dem ordentlichen Laufe nach, ihr Geschöpf, als bisalle physischen Kräfte desselben in Anwendung ge-