III. Tithon und Aurora. 2c.3
Meinungen nach ihrer eigenen Natur, mithin deSEntwurfs »iner fortwirkenden Weisheit, Ordnungund Güte seyn. So spricht man von Revolutionender Künste und Wissenschaften, d. i. von einem pe-riodischen Wiederkommen derselben, dessen Ursachenman in der Geschichte zu erforschen sucht , und siegleichsam astronomisch berechnet. So sprachen diePythagoraer von Revolutionen der menschlichenSeele, d- i. von einer periodischen Rückkehr dersel-ben in andere Gestalten. So untersuchte man dieGesetze der Revolution menschlicher Gedanken, wanndiese aus der Vergessenheit ins Gedachtniß wieder-kehreu, wann Traume und Begierden, wann ent-schlafene Thätigkeiten und Leidenschaften zurück kom-men, u. f. In aslem diesem suchte man Gesetze ei-ner verborgenen, stillen Naturycdnung,
Scheußlich aber hat sich die Bedeutung diesesWorts verändert, da man in den barbarischen Jahr-hunderten von keiner andern Revolution, als vonEroberungen, von Umwälzungen, Unterdrückungen,Verwirrungen ohne Absicht, Ziel und Ordnung wuß-te. Da hieß Revolution, wenn das Unterste zuoberst gekehrt ward, wenn durch das sogenannte Rechtdes Kriegs ein Volk sein Eigenthum, seine Gesetzeund Güter mehr oder minder verlor, oder durchdas Recht der Monarchie alle die sogenannten Rechtegeltend gemacht wurden, die St, Thomas, Mac-chiavel und Naude aus wirklichen Begebenhei-ten nachher aufnahmen und in Capitel brachten. Dahieß Revolution endlich wenn Minister thaten, wasdie Fürsten selbst nicht mehr khun mochten; oderwenn hie und da das Volk das unternahm, was es