194 III. Titho» und Aurora.
Ufer des Stroms können Fahrzeuge ihren Untergangfinden; mitten im Strome schiffet es sich leicht undfröhlich. Mancher veraltete, weil es ihm an derwahren innern Quelle des Lebens und der Thaüg-keit fehlte; er war ein zusammengefloffener Bach,der bald versiegt und sein trauriges Bett zeiget. BeyJenem sollte der Schein das Seyn ersetzen; dieFinsternis weicht, und die Johannis-Würmchen inseinem Haare glänzen nicht mehr, als funkelndeDiamanten. Bey Diesem sollte Gedächtnis undMühe thun, was allein der Verstand und Geniusthun konnte; das überladne Gedächtnis erlag, dieübertriebene Mühe ermattete, und zuletzt kam derMangel am Wesentlichen zuM traurigen Vorschein.Ein Anderer überstrengete sich als Jüngling mitseinen edleren Kräften. Er häufte mit tausend Hän-den Berge der Fantasie zum Himmel cmpor, undfand, auch ohne den Blitz Jupiters, unter ihnenbald seine Ruhestätte. Ein Anbeter, dem es mitseinem Bemühen und Lernen nur um Gemächlich-keit zu thun war, entsagte dem Bemühen und Ler-nen, so bald es ihm gemächlich ward; er begrub sichselbst in einen seligen Moder. Jenem Verdien s t-josen hat ein unerwartetes Glück, ein zu rasch-erworbener Ruf, eine unversehens gelungene Hand-lung den Verstand verrückt; außer ihr hat er keineGedanken mehr: seine verführende Göttin Fortunahat ihn auf einmal mit Lorbeer, Pappeln und Mohngekrönet; er schläft, oder spricht irre in ihr-mverzärtelnden Schooße. Diesem Verdienstvol-len hat ein unverdientes, zu lange erduldetes Un-glück die Schultern gebeugt, die Brust zusammengedrückt, und den Arm gelähmet; er kann nicht