über den Ursprung der Sprache. 17 r
heit. Ucber den Bau der Sprache und des Perio-den hat er mit und nach dem Dionysius von Ha-likarnaß gründlich und bündig gedacht, so daß, wasEr Verderbniß des Geschmacks nennet, ein Alterschwerlich anders nennen würde.
Von solchen Vorurtheilen hat also unser Phi-losoph in Deutschland nichts zu befürchten; viel-mehr glaube ich, daß sein Buch bei unsrer Nation,deren Vorzug vor andern eine zwar kältere, aberdesto gerechtere Gleichmüthigkeit ist, gewinnen wer-de. Durch Uebersetzungen aus allen Sprachen sindwir auch an allerlei Vorstellungsarten gewöhnt, undin der Metaphysik haben wir, vielleicht auch unsrerkalten Besonnenheit wegen, wenigstens vor einigerZeit so große Schritte gethan, daß, wie mich dünkt,eine Basis von festem Geschmack unter uns errich-tet worden, für welche Monboddo eben ein Man»ist. — Ich darf also meine Meynung über dieseSchrift frei sagen, und sowohl ihr Vortreffliches,als ihre Mangel, wie solche mir wenigsten Herkom-men, nicht verhehlen.
Der vornehmste Werth des Buchs scheint mirdas gefaßte bündige Urtheil zu seyn, welches unfernAutor, in einer ihm angemessenen männlichen Schreib-art, vor vielen Schriftstellern unsrer Zeit vortheil-hast auszeichnet. Man sichet und fühlt, daß er,vom Mark der alten genährt, sich von keinem süs-sen Naschwcrk verführen lasse, und dieses dreistverschmähe. Seine Philosophie ist zwar hie undda mit einiger Aristotelischen Scrupulosität verwe-bet; übrigens aber bestimmt, gründlich, viel um-