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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
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über den Ursprung der Sprache. r5g

milien-Mann! Die Natur hat also diese Fort-bildung gewahlet.

II. Eine einzelne, abgetrennte Fa-milie, denkt man, wird ihre Sprache bei Bequem-lichkeit und Muße mehr ausbilden können, als beiZerstreuungen, bei Kriegen gegen einen andernStamm, u. s. w.; allein nichts weniger. Je mehrsie gegen andere gekehrt i-st, desto stärker wird sie insich zusammengedrängt: desto mehr setzt sie sich aufihrer Wurzel fest, macht die Thaten ihrer Vorfah-ren zu Liedern, zu Aufrufungen, zu ewigen Denk-mahlen, erhält dieses Sprachandenken um desto rei-ner und patriotischer. Die Fortbildungder Sprache, als Mundart der Väter,geht desto stärker fort: darum hat die Na-tur diese Fortbildung ge wählet.

III. Mit der Zeit aber setzt sich auch dieserStamm, wenn er zu einer kleinen Nation angewach-scn ist, in seinem Zirkel fest. Er hat seinengemeßnen Kreis von Bedürfnissen, und für diesenauch Sprache; weiter gehet er nicht, wie wir anallen kleinen, so genannten barbarischen Nationensehen. Mit ihren Nothwendigkeiten abgetheilt, kön-nen sie Jahrhunderte lang in der sonderbarsten Un-wissenheit bleiben, wie jene Inseln ohne Feuer,und wie so viel andere Völker ohne die leichtestenmechanischen Künste; es ist, als ob sie nicht Augenhätten, zu sehen, was ihnen vorliegt. Daher als-dann das Geschrey anderer Völker auf solche, alsauf dumme, unmenschliche Barbaren; da wir alledoch vor weniger Zeit eben dieselben Barbaren wa-