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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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140
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I. Preisschrift

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schäften und nicht im lebendigen Umgänge gebrauchtwird, wo sie ihre bestimmte Zahl von Gegenständenund von'Anwendungen hat, wo also ihr Wörter-buch geschloffen, ihre Grammatik geregelt, ihreSphäre strick ist: eine solche Sprache kann nocheher im Merklichen unverändert bleiben, und dochauch nur im Merklichen. Allein eine im wilden freienLeben, im Reich der großen, weiten Schöpfung,noch ohne förmlich geprägte Regeln, noch ohne Bü-cher und Buchstaben und angenommene Meisterstücke;so dürftig und unvollendet, um noch täglich berei-chert werden zu müssen, und so jugendlich gelenkig,um es noch täglich auf den ersten Wink der Auf-merksamkeit, auf den ersten Befehl der Leidenschaftund Empfindung werden zu können; sie muß sichverändern in jeder neuen Welt, die man steht, injeder Methode, nach der man denkt und fortdenkt.Selbst Aegyptische Gesetze der Einförmigkeit könntenhier nicht das Gegenthcil bewirken.

Nun ist offenbar der ganze Erdboden für dasMenschengeschlech.t, und dies für den gan-zen Erdboden gemacht; (ich sage nicht, jeder Be-wohner der Erde, jedes Volk ist plötzlich durch denraschesten Uebcrsprung für das entgegengesetzteste Kli-ma und so für alle Weltzonen geschaffen; sonderndas ganze Geschlecht für den ganzen Erdkreis.)Wo wir uns umher sehen, da ist der Mensch sozu Hause, wie die Landrhiere, die ursprünglich fürdiese Gegend bestimmet sind. Er dauert in Grönlandunter dem Eise, und bratet sich in Guinea unterder senkrechten Sonne: er ist auf seinem Felde,wenn er in Lappland mit dem Rennthiere über den