Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

über d e n. U r sp r u n g der Sprache, r 3 g

einführcn; mithin wird ein Dialect.Ein phi-losophischer Versuch über die verwand-ten Sprach arten der Morgenländer"wäre der angenehmste Beweis dieser Satze.

Das war nur Aussprache. Aber Wor-te selbst Sinn, Seele der Sprachewelch ein unendliches Feld von Verschiedenheitenthut sich mit ihnen aus! Wir haben gesehen, wiedie ältesten Sprachen voll Synonyme haben werdenmüssen; und wenn nun von diesen Synonymen demEinen dies, dem Andern jenes geläufiger, seinemSchepunkt angemessener, seinem Empsindungskreiseursprünglicher, in seiner Lebensbahn öfter vorkom-mend, kurz von mehrerm Eindruck auf ihn wurde;so gabs Lieblingsworte, eigene Worte,Idiotismen, ein Idiom der Sprache.

Bei jenem ging jenes Wort aus; dieses blieb.Jenes war durch einen Nebengesichtspunkt von derHauptsache weggebogen; hier veränderte sich mit derZeitfolge der Geist des Hauptbegriffs selbst; dawurden also eigene Biegungen, Ableitun-gen, Veränderungen, Vor- und Zusätze»Versetzungen, Wegnahmen von ganzen undhalben Bedeutungen, also ein neues Idiom;und das alles ward so natürlich, als Sprache demMenschen ein Sinn seiner Seele ist.

Je lebendiger eine Sprache, je näher sieihrem Ursprünge, und also noch in den Zeiten derJugend und des Wachsthums ist: desto veränder-licher ist sie. Eine Sprache, die nur in Büchern daist, wo fie nach Regeln gelernt, nur in Wissen-