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I. Preisschrift
che?" das ist sie nicht. Condamine sagt bloß: siesey so eigen organisirt, daß, wo sie drei oder vierSylben aussprechen, wir sieben bis acht schreibenmüßten, und doch hatten wir sie noch nicht ganzgeschrieben. Und dann „schwer, höchst beschwerlich?"Für wen ist sie dies anders als für Fremde? Undfür die sollen sie sie ausbessern ? Für einen kommen-den Franzosen, der je kaum eine andre Sprache alsdie seinige, ohne sie zu verstümmeln, lernt, sollensie sie verbessern und franzisiren? Hätten aber deß-wegen die Orenoker noch nichts in ihrer Spra-che, ja sich noch gar keine Sprache gebildet, weilsie dem Genius, der ihnen so eigen ist, um einenhcrabschiffendcn Fremdling nicht vertauschen mögen?Ja gesetzt, sie bildeten auch nichts mehr in ihrerSprache, auch nicht für sich; ist man denn nie ge-wachsen, wenn man nicht mehr wachst? und hat-ten die Wilden nichts Mhan, weil sie nichts gernohne Noch thun? —
Gegcntheils, welch ein Schatz ist jede Fa-milie n - Spr-ac h e für ein werdendes Geschlecht!Fast in allen kleinen Nationen aller Welttheile, sowenig gebildet sie seyn mögen, sind Lieder von ihrenVätern, Gesänge von den Thaten ihrer Vorfahrendas Heiligthum ihrer Sprache, Geschichte und Dicht-kunst: sie sind ihre Weisheit und Aufmunterung,ihr Unterricht, ihre Spiele und Tänze. Die Grie-chen sangen von ihren Argonauten, von Herkules,und Bacchus, von Helden und Troja-Bezwingern:und die Celten von den Vätern ihrer Stämme, vonFingal und Ossian. Unter Peruanern und Nord-Amerikanern, auf den Karaibischen und Mariani-