über den Ursprung der Sprache. i3o
derspruch? Wann ist die Französische durch Akade-mien, Autoren und Wörterbücher sehr gebildeteSprache denn so zu Ende gebildet, daß siesich mit jedem neuen originalen Autor, ja mit jedemKopfe, der neuen Ton in die Gesellschaft bringt,nicht neu bilden, oder mißbilden müßte? —
Ein andrer Vertheidiger der gegenseitigen Mei-nung sagt: „wie doch je die Menschen aus Noth-durft ihre Sprache hätte fortbilden wollen, wennsie Lukrezens iVluturn et xscus gewesen wa-
ren?" und laßt sich auf eine Menge halb wahrerInstanzen der Wilden ein. Ich antworte bloß:Niemals! Niemals hatten sie es wollen und kön-nen, wenn sie ein lVIuturn xsau; gewesen waren.Sind aber die Wilden von der Art? ist die barba-rischste menschliche Nation ohne Sprache? Und istdenn je der Mensch als etwa in der Abstraktion derPhilosophen und in einigen alten Mahrchen ei»solches IVIutuni ^>ecus gewesen?
Er fragt: „ob denn wohl, da alle Thiere Zwangscheuen, und alle Menschen Faulheit lieben, es jevon den Ore nocks des Eon dam ine erwartetwerden könne, daß sie ihre lang gedehnte achtsylbige,schwere und höchst beschwerliche Sprache ändern undverbessern sollten?" Und ich antworte: zuerst ist wie-der das Factum unrichtig, wie fast alle, die eranführt *). „Ihre lang gedehnte, achtsylbige Spra-
*) Süßmilch.