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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
127
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über den Ursprung der Sprache. 127

Ich muß den letzten Punct mehr entwickeln,denn in ihm zeigt sich das Werk der Natur am au-genscheinlichsten, und mein Schluß wird hieraus umdesto schneller. Wenn man, wie unsre groben Epi-kuraer lbun, aus blinder Wollust oder aus unmit-telbarem Eigennutz alles erklären will; woher erklärtsich das Gefühl der Aeltern gegen Kinder, samintden stacken Banden, die dadurch bewirkt werden?Siche diesen armen Erdbewohner! Er kommt elendauf die Welt, ohne zu wissen, daß er elend sey ter ist der Erbarmung bedürftig, ohne daß er sichihrer im mindesten wcrth machen könnte: er weinet aber selbst dies Weinen müßte so beschwerlichwerden, als das Geheul des Philoktetes, der doch soviel Verdienste um sie hatte, den Griechen war,die ihn der wüsten Insel übergaben. Hier müßtenalso, nach unsrer kalten Philosophie, die Bandeder Natur am ehesten reißen, wo sie am stärkstenwirken! Die Mutter hat sich der Frucht, die ihrso viel Ungemach machte, endlich mit Schmerzenentledigt; kommts bloß aus wildes Vergnügen undauf neue Wollust an: so wirft sie sie weg. Der

Vater, der seine Brunst langst gekühlt batte; wassoll er sich weiter um Mutter und Kind, als umGegenstände seiner Mühe, bekümmern: er lauft,

wie Rousseau's Mannthier, in den Wald, undsucht sich einen andern Gegenstand seines tbierischunVergnügens. Wie ganz umgekehrt ist hierdie Ordnung der Natur bey Thieren und den Men-schen; und wie weiser ist sie! Eben die Schmerzenund Ungemachlichkciten vermehren die mütterliche Lie-be. Das Bejammerns- und nicht Liebenswürdige