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I. Preisschrifk
bringen zur Ausbildung der Sprache, so lange sienoch ohne alle Anreitzungen der Gesellschaft sichselbst desto mächtiger anreitzte, und sich alle die Tä-tigkeit der Empfindung und des Gedankens gab, diesie sich nach innerm Drange und nach äußern Er-fordernissen geben mußte. Da gebar sich alsodie Sprache mit der ganzen Entwicke-lung der menschlichen Kräfte.
Es ist beynahe unbegreiflich, wie unser Jahr-hundert sich so tief in die Schatten, in die dunkelnWerkstätten des Kunstmäßigen verlieren kann, umdas weite, Helle Licht der uneingekerkertcn Naturin andern Jahrhunderten auch nicht erkennen zu wol-len. Aus den größesten Heldenthaten des menschli-chen Geistes, die er nur im Zusammenstoß der le-bendigen Welt thun und äußern konnte, sind Schul-übunqen im Staube unsrer Lehrkerker; aus denMeisterstücken menschlicher Dichtkunst und Bered-samkeit Kinderepen geworden, an welchen greise Kin-der und junge Kinder Phrases lernen und Regelnklauben. Wir Haschen ihre Formalitäten, und habenihren Geist verloren; wir lernen ihre Sprache, undfühlen kaum die lebendige Welt ihrer Gedanken.Derselbe Fall ists mit unfern Urtheilen über dasMeisterstück des menschlichen Geistes, die Bildungder Sprache überhaupt. Da soll uns das tobteNachdenken Dinge lehren, die bloß aus dem leben-digen Hauche der Welt, aus dem Geiste der großenwirksamen Natur den Menschen beseelen, ihn aufru-fen und fortbilden konnten. Da sollen die stumpfen,spaten Gesetze der Grammatiker das Göttlichste seyn,