I. Preisschrift
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Natur in ihrem verborgnen Gonge nachschleicht,und nicht so wohl wissen will, daß, sondern wiesie wirke? Daran war eben dem ersten Erdbewoh-ner am wenigsten gelegen. Es durfte ihm nicht de-monstrirt werden, daß dies oder jenes Kraut giftigfey; es war nicht nöthig, daß er vom Löwen erstangefailen würde, um sich vor ihm fürchten zu ler-nen. Seine Schüchternheit mit seiner Schwachheit,seine Besonnenheit mit aller Feinheit seiner Seelen-krüfte verbunden, war genug, ihm einen behag-lichen Zustand zu verschaffen, da die Natur selbstdiese Triebfedern dazu für genügsam erkannt hatte.Wenn wir also durchaus keinen schüchternen, ab-strakten Philosophen zum Erfinder der Sprache nö-thig haben, und der rohe Naturmensch, der seineSeele, wie seinen Körper, noch ganz aus EinemStück fühlet, uns mehr, als alle sprachschaffendenAkademien ist: so wollen wir uns auch keinen Ge-
lehrten zum Muster der Sprachschöpfung nehmen,und überhaupt einander nicht Staub in die Augenstreuen, um bewiesen zu haben, der Mensch könnenicht sehen, weil unser bestaubtes Auge nicht zu se-hen vermag.
Süßmilch hat einen ganzen Abschnitt*) da-rauf verwandt, um zu zeigen, „wie unmöglich sichder Mensch eine Sprache habe fortbilden kön-nen , wenn' er sie auch durch Nachahmung erfun-den hatte! " Daß das Erfinden durch bloße Nach-ahmung ohne menschliche Seele wenig Sinn habe,
') Abschnitt Z,