über den Ursprung der Sprache. ii3
uns nehmen. Da er von Besonnenheit gewebtist: da sich in ihm kein Zustand findet, der, im
Ganzen genommen, nicht selbst Besinnung sey,oder doch in Besinnung aufgeklärt werden kön-ne: da bey ihm das Gefühl nicht herrschet, son-dern die ganze Mitte seiner Natur auf feinereSinne, das Gesicht und Gehör, fallt, und dieseihm immer fort Sprache geben: so folgt, daß,
im Ganzen genommen, „auch kein Zustand„in der menschlichen Seele sey, der„nicht wort fähig sey, oder wirklich durch„W orte der Seele bestimmt werde." Esmüßte der dunkelste Schwärmer oder ein Vieh, derabstrackeste Göttcrsehcr, oder eine träumende Mo-nade seyn, der ganz ohne Worte dächte. Und inder menschlichen Seele ist, wie wir selbst in Träu-men und bey Verrückten sehen, kein solcher Zu-stand möglich. So kühn es klinge, so ists wahr:der Mensch empfindet mit dem Ver-stände, und spricht, indem er denket,und indem er immer so fort denket, und, wie wirgesehen haben, jeden Gedanken in der Stille mitdem vorigen und mit der Zukunft zusammen hält:so muß
„Jeder Zustand, der durch Refle-xion so verkettet ist, ihn besser zu den-„ken, mithin auch besser zu sprechen,„sortierten." Lasset ihm den freyen Gebrauchseiner Sinne: da der Mittelpunkt dieses Gebrauchs
in Gesicht und Gehör fällt, wo jenes ihm Merk-mahl und dieses Ton zum Merkmahle gibt: soPhilvs. und Gesetz. H. Kh. H