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I. Preisschrift
je einförmiger die Kunstfähigkeit und das Werkihres Lebens ist: desto weniger ist; wenigstens füruns, die geringste Progression durch Erfahrungmerklich. Die Biene bauet in ihrer Kindheit so,wie im Alter, und wird zu Ende der Welt bauen,wie sie im Beginn der Schöpfung baute. Geschö-pfe dieser Art sind einzelne Puncte, leuchtende Fun-ken aus dem Licht des göttlichen Verstandes, dieaber immer nur als dieselben Puncte leuchten. Einerfahrner Fuchs hingegen unterscheidet sich schon sehtvon dem ersten Lehrlinge der Jagd: er kennet
schon viele Kunstgriffe voraus, und sucht ihnen zuentweichen; aber woher kennet er sie? und wie suchter ihnen zu entweichen? Weil unmittelbar aus sol-cher und solcher Erfahrung das Gesetz dieser undkeiner andern Handlung folget. In keinem Fallewirkt bey ihm deutliche Reflexion: denn wer-
den nicht immer die klügsten Füchse noch jetzt soberückt, wie vom ersten Jäger in der Welt der er-ste Fuchs berückt wurde? Bey dem Menschen wal-tet offenbar ein anderes Naturgesetz über die Suc-cession seiner Ideen, Besonnenheit: sie wal-tet selbst noch im sinnlichen Zustande, nur in ihmminder merklich. Das unwissendste Geschöpf, wanner auf die Welt kommt; aber sogleich wird ecLehrling der Natur auf eine Weise, wie es keinThier wird! Nicht bloß ein Tag lehrt den andern:sondern jede Minute des Tages die andre, jederGedanke den andern. Der Kunstgriff ist seiner See-le wesentlich, nichts für diesen Augenblick zu ler-nen, sondern alles entweder an das zu reihen,was sic schon wußte, oder für das, was sie künf-