über den Ursprung der Sprache. 107
waren, ohne Vergleichung und eigentliche Gegen-einandermessung, seine Art. Der Mittelpunktseiner Schwere, die Hauptcichtung seiner Seelen-wirkungen siel so auf diesen Verstand, aufmenschliche Besonnenheit hin, wie Key derBiene sogleich aufs Gasigen und Bauen.
Wenn es nun bewiesen ist, daß nicht die min-deste Handlung seines Verstandes, ohne Merkwort,geschehen konnte: so war auch das erste Mo-ment der Besinnung Moment zu inne-rer Entstehung der Sprache.
Man lasse ihm zu dieser ersten deutlichen Be-sinnung so viel Zeit, als man will: man lasse,
nach Buffo ns Manier, dies gewordne Geschöpfsich allmählich sammeln; man vergesse abernicht, daß, gleich vom ersten Momente an, keinLhier, sondern ein Mensch, zwar noch kein Ge-schöpf von Besinnung, aber schon von Beson-nenheit, ins Universum erwache. Nicht wie ei-ne schwerfällige, unbehülfliche Maschine, die gehensollte, und mit starren Gliedern nicht gehen kann:die sehen, hören, kosten sollte, und, mit starrenSäften im Auge, mit verhärtetem Ohre und mitversteinerter Zunge nichts von allem diesem vermag;— Leute , die Zweifel der Art machen, sollten dochbedenken, daß dieser Mensch nicht aus PlatonsHöhle, aus einem finstern Kerker, wo er vom er-sten Augenblick seines Lebens eine Reihe von Jah-ren hin, ohne Licht und Bewegung, sich mit offne»Augen blind und mit gesunden Gliedern ungelenkgesessen, sondern daß er aus den Händen der Na-