über den Ursprung der Sprache. 99
ncn ihn noch nur einzelne Stumme und Tau-be treiben! Und wenn diese Kunst selbst mit zurSprache gehört, wenn sie von Jugend auf, alsSprache, mit gelernt wird; wenn sie sich mit derTradition von Geschlechtern immer mehr erleichtertund vervollkommnet: so sehe ich nichts Unbegreif-
liches in ihr. Je mehr sie aber erleichtert wird, de-sto mehr nimmt sic ab; desto mehr wird Gram-matik — und das ist Stufengang des menschli-chen Geistes!
Proben davon sind z. B. des la LoubereNachrichten von der Siamschen Sprache: wie ähn-lich ist sie noch dem Zusammenhänge der morgen-ländischen Sprachen, insonderheit ehe durch spatereBildung noch mehr Eonstructivn in sie hinein kam.Der Siam er will sagen: „wäre ich zu Siam,so wäre ich vergnügt!" und sagt: „Wenn ich sepn„Stadt Siam; ich wohl Herz viel!" — Er willdas Vater unser bethen, und muß sagen:„Vater, uns seyn Himmel! Nahmen Gottes wol-len heiligen aller Ort, u> s. w." — Wie morgen-ländisch und ursprünglich ist das? gerade so zu-sammenhängend, als eine Mexikanische Bilderschrift,oder als das Stammeln der Ungelehrigen aus frem-den Sprachen.
6) Noch muß ich hier eine Sonderbarkeit er-klären , die ich auch in Herrn Süßmilchs göttlicherOrdnung mißverstanden sehe: „nämlich die Mannig-faltigkeit der Bedeutungen eines Worts nach dem„Unterschiede kleiner Artikulationen!" Ich finde die.sen Kunstgriff fast unter allen Wilden, wie ihn z. B.Garcillasso de Vega von den Perua-nern, Eondamine von den Brasilianern,