Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

über den Ursprung der Sprache. ZI

derselben unter allen Völkern, Weltgürtelnund Umständen!" Welches Ohr ist, das dieseallgemeine Stimme der Nationen nicht höre?

Und doch sehe ich mit Verwunderung , daß Hr.Süßmilch auf eben dem Wege göttliche Ord-nung finde, wo ich die allermenschlichste entdecke*):nämlich,daß man noch zur Zeit keine Spracheentdeckt habe, die ganz zu Künsten und Wissen-schaften ungeschickt gewesen wäre." Was zeigt dicßober anders, als daß keine Sprache viehisch, daßsie alle menschlich sind ? Wo hat Man denn eine Na-tion entdeckt, die ganz zu Künsten und Wissenschaf-ten ungeschickt gewesen wäre; und war das einWunder?Alle Missionariea haben mit den wilde-ren Völkern reden und sie überzeugen können: daskonnte ohne Schlüsse und Gründe nicht geschehen;ihre Sprachen mußten also Isrininos adstraotozenthalten u.s. w," Und wenn das, so wars gött-liche Ordnung? Oder war es nicht eben die mensch-lichste Sache, sich Worte zu abstrahiren , wo mansie brauchte? Und welches Volk hat je eine einzigeAbstraktion in seiner Sprache gehabt, die es sichnicht selbst erworben? Und waren denn bei allenVölkern gleichviel Abstraktionen? Konnten die Mis-sionarien sich überall gleich leicht aUsdrücken, oderhat man Nicht das Gegeütheil aus allen Welttheilengelesen? Und wie drückten sie sich denn aus, als daßsie ihre neuen Begriffe der Sprache nach Analogiederselben anboten? Und geschah dieß überall auf

*) Süßmilch ß. tr.