über den Uksp r un g d er S p rache. 89
„wäre. Und je ursprünglicher dieSprache, desto
„weniger Abstractionendesto Mehr Gefühle."
Ich kann in diesem unermeßlichen Felde wieder,nux einige Blumen brechen:
Der ganze Bau der Morgenland i sehenSprachen zeuget-, daß alle ihre Abstracto vorausSinnlichkeiten gewesen: Der Geist war- Wind,
Hauch, Nacht-sturm. Heilig hieß abgeson-dert, einsam: die Seele hieß der Othem:der Zorn das Schnauben der Rase u. s. w..Die allgemeineren Begriffe wurden ihr also erst spä-ter durch Abstraction, Witz, Fantasie, GleichnisAnalogst u.. s. w. angebildet; im tiefsten Abgrundeder Sprache liegt, keine Einzige! '
Bei- allen Wilden findet dasselbe nach Waaßihrer Cultur Statt. In der Sprache von Bar a'n-tola wußte man nicht heilig, und bei den Hot-tentotten nicht das Wort- Geist- zu finden..Die Missionarien in allen Welttheilen klagen überdie Schwierigkeit, christliche Begriffe den- Wilden inihren Sprachen mitzutheilen; und doch durften dieseMitthcilungen ja nimmer eine scholastische Dog-matik , sondern nur die gemeinen Begriffe des ge-meinen Verstandes seyn. Wenn- man hie- und daProben ihres Vortrages unter den Wilden-, auchyur unter den ungebildeten Sprachen Europens,z. B. der Lyppla-nd-ischen, Finnischen-,Esth irischen, übersetzt- liefet, und die Sprach-lehren. und Wörterbücher dieser Völker stehet, soWeeden hie Schwierigkeiten offenbar