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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
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über deN Ursprung der Sprache. 87

und ab getrennter sie erfanden, und dochnur meistens in Einem Kreise für EinerleiSachen erfanden; wenn sie nachher zusammen ka-men, wenn ihre Sprachen in einen Ocean vonWörterbuch flössen: desto mehr Synonyme. Ver-worfen konnten alle nicht werden; denn welche soll-ten es werden? Sic waren bei diesem Stamm,bei dieser Familie, bei diesem Dichter einmal ge-bräuchlich ; es ward also, wie jener Arabische Wör-terbuchschreiber sagt, da er 400 Wörter vom Elendaufgezahlt hatte, das vierhundertste Elend, dieWörter des Elends aufzahlen zu müssen. Eine sol-che Sprache ist reich, weil sie arm ist, weil ihreErfinder noch nicht Plan genug hatten, arm zuwerden; und der müßige Erfinder eben der un-vollkommensten Sprache wäre Gott?

Die Analogien aller wilden Sprachen bestäti-gen meinen Satz: jede ist auf ihre Weise verschwen-derisch und dürftig; nur jede auf eigne Art. Wennder Araber für Stein, Kameel, Schwert, Schlan-ge, (Dinge, unter denen er lebt,) so viel Wörterhat; so ist die Eeylanische Sprache, den Nei-gungen ihres Volks gemäß, reich an Schmeiche-leyen, Titeln und Wortgeprange. Für das WortFrauenzimmer" hat sie nach Stand und Rangezwölferley Namen, da wir unhöfliche Deutsche z.E.hierin von unser» Nachbarn borgen müssen.Nach Stand und Range wird das Du und Ihrauf achterley Weise gegeben, und das so wohl vomTagelöhner, als vom Hofmanne: der Wust ist Formder Sprache. Zn Siam gibt es achterley Ma-nieren Z c h und W i r zu sagen, nachdem der Herr