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I. Preisschrift
Man sichet, wie schwer bei einer solchen Spra-che „ein wahres Et y m o logikon" seyn müssse? Die so vcrschiedncn Bedeutungen eines kaäivis,die in einer Stammtafel abgeleitet und auf ihrenUrsprung zurück geführt werden sollen, sind nurdurch so dunkle Gefühle, durch flüchtige Neben-Ideen, durch Mitempsindungen verwandt, die ausdem Grunde der Seele steigen, und wenig in Re-geln gefastet werden können. Ihre Verwandtschaf-ten sind ferner so national, so sehr nach der eig-nen Denk- und Sehart des Volks, des Erfinders,in dem Lande, in der Zeit, unter den Umstandenerzeuget, daß sie von einem Nord - und Abendlän-der schwer zu treffen sind, und in langen, kaltenUmschreibungen unendlich leiden müssen. Da sic fcr-ner von der Noch erzwungen, und im Affcct, imGefühl, in der Verlegenheit des Ausdrucks erfun-den wurden; welch ein Glück gehört dazu, das-selbe Gefühl zu treffen? Endlich, da in einemWörterbuch dieser Art die Wörter, und die Bedeu-tungen Eines Worts aus so verschiednen Zeiten,Anlassen und Denkarten gesammelt werden sollen,und sich also diese augenblicklichen Bestimmungenins Unendliche vermehren; wie vervielfältigt sichda die Mühe! welch ein Scharfsinn wird ersodcrt,in diese Umstände und Bedürfnisse einzudringcn,und welche Mäßigung, bei den Auslegungen ver-schiedner Zeiten darin Maas zu halten! WelcheKenntniß und Biegsamkeit der Seele endlich gehörtdazu, sich so ganz diesen rohen Witz, diese kühneFantasie, dies National-Gefühl fremder Zeitenzu geben, und es. nach den unsrigen zu modernifl-ren! Aber eben damit, würde auch „nicht bloß in