über den. Ursprung der Sprache. ?5
bleibt zu ruhig vor uns. Der Ton des Gehörsdringt so innig in unsre Seele, daß er Merkmahlwerden muß; aber noch nicht so übertäubend, daßer nicht klares Merkmahl werden könnte — Dasist Sinn der-Sprache.
Wie kurz, ermüdend und unausstehlich wäredie Sprache jedes gröbern Sinnes für uns! Wirverwirrend und kopflecrend für uns die Sprache deszu feinen Gesichts! Wer kann immer schmecken, füh-len und riechen, ohne nicht bald, wie Pope sagt,einen aromatischen Tod zu sterben? und wer immermit Aufmerksamkeit ein Farben - Clavier begaffen ,ohne nicht bald zu erblinden? Aber hören, gleichsamhörend Worte denken, können wir länger und fastimmer; das Gehör ist also für die Seele, was diegrüne, die Mittelfarbe, fürs Gesicht ist. Der Menschist zum Sprachgeschöpfe gebildet.
4 ) Das Gehör ist der mittlere Sinn, in Be-tracht der Zeit, in der es wirkt, und alsoSinn der Sprache. Das Gefühl wirft alles aufEinmal in uns hin: es regt unsre Saiten
stark, aber kurz, und sprengend; das Gesicht stelltuns alles auf Einmal vor, und schreckt alsoden Lehrling durch die unermeßliche Tafel des Ne-beneinander ab. Durchs Gehör, sehet, wieuns die Lehrmeisterin der Sprache schone! Sie zähltuns nur einen Ton nach dem andern in die Seele,gibt und ermüdet nie, gibt und hat immer mehr zugeben. Sie übet also das ganze Kunststück der Me-thode; sie lehret progressiv! Wer könnte danicht Sprache fassen, sich Sprache ersindey?