über den Ursprung der Sprache. 71
Zeichnungen, z. B. hart, rauh, weich, wollig,sammet, haarig, starr, glatt, schlicht, borstig,u. s. w., die doch alle nur Oberflächen betreffen,tönen alle, als ob mans fühlte. Die Seele, dieim Gedränge solcher zulammenströmenden Empfin-dungen und in dem Bedürfniß war, ein Wort zuschaffen, griff und bekam vielleicht das Wort einesnachbarlichen Sinus, dessen Gefühl mit diesem zu-sammenfloß; so wurden für alle, und selbst für denkältesten Sinn, Worte. Der Blitz schallet nicht;wenn er nun aber ausgedrückt werden soll, dieserBoche der Mitternacht,
Der jetzt im Nu enthüllet Himm'l und Erd',
Und eh' ein Mensch noch sagen kann: sieh da!
Schon in den Schlund der Finsterniß hinab ist —
natürlich wirds ein Wort werden, das durch Hülfeeines Mittelgefühls dem Ohr die Empfindung desUrplötzlichschnellen gibt, die das Auge hatte —Blitz! Das Wort: Duft, Ton, süß, bitter, sauer,u. s. w., tönen alle, als ob man fühlte: dennwas sind ursprünglich alle Sinne anders, als Ge»fühl? Wie aber Gefühl sich in Laut äußern kön-ne, das haben wir schon im ersten Abschnitte alsein unmittelbares Naturgesetz der empfindenden Ma-schine angenommen, das wir weiter nicht zu erklä-ren vermögen.
Und so führen sich alle Schwierigkeiten auffolgende zwey erwiesene deutliche Sätze zurück:
1) Da alle Sinne nichts als Vor-stellungsarten der Seele sind: so habe