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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
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über den Ursprung der Sprache. 69

kann Schall und Farbe, Erscheinung und Gefühlvergleichen? Wir sind voll solcher Verknüpfungender verschiedensten Sinne; nur wir bemerken sienicht anders, als in Anwandlungen, die uns ausder Fassung setzen, in Krankheiten der Fantasie,oder bey Gelegenheiten, wo sie außerordentlich merk-bar werden. Der gewöhnliche Lauf unsrer Gedan-ken geht so schnell, die Wellen unsrer Empfindun-gen rauschen so dunkel in einander, es ist auf Ein-mal so viel in unsrer Seele, daß wir, in Absichtder meisten Ideen, wie im Schlummer an einerWasserquelle sind, wo wir frcylich noch das Rau-schen jeder Welle hören, aber so leise, daß uns end-lich der Schlaf alles merkbare Gefühl nimmt. Warees möglich, daß wir die Kette unsrer Gedanken ent-halten, und an jedem Glieds seine Verbindung su-chen könnten; welche Sonderbarkeiten, welche frem-de Analogien der verschiedensten Sinne würden wirwahrnehmen, nach denen doch die Seele geläufighandelt! Wir waren alle, für ein bloß vernünfti-ges Wesen, jener Gattung von Verrückten ähnlich,die klug denken, aber sehr unbegreiflich und albernverbinden.

Bey sinnlichen Geschöpfen, die durch viele ver-schleime Sinne auf Einmal empfinden, ist dieseVersammlung von Ideen unvermeidlich; denn wassind alle Sinne anders, als bloße Vorstellungsar-ten einer positiven Kraft der Seele? Wir unter-scheiden sie; aber wieder nur durch Sinne; also Vor-stellungsarten durch Vorstellungsarten. Wir lernenmit vieler Mühe sie im Gebrauche trennen; in ei-nem gewissen Grunde aber wirken sie noch immer