über den Ursprung der Sprache. 61
heit wurden aus diesem Gefühl in so vielen Spra-chen die Artikel. Da wurde alles menschlich zuWeib und Mann personisicirt: überall Götter,Göttinnen, handelnde, bösartige oder gute Wesen;der brausende Sturm, und der süße Zephyr, dieklare Wasserquelle und der mächtige Lccan — ihreganze Mythologie liegt in den Fundgruben, denVerdis und ldloininibus der alten Sprachen, unddas älteste Wörterbuch war so ein tönendes Pan-theon, ein Versammlungssaal beider Geschlechter,als den Sinnen des' ersten Erfinders die -Naturwar. In diesem Betracht ist die Sprache jener al-ten Wilden ein Studium in den Jrrgangcn mensch-licher Fantasie und Leidenschaften, wie ihre My-°thologie. Jede Familie von Wörtern ist «in ver-wachsenes Gebüsch rings um eine sinnliche Haupt-Idee, wie um eine heilige Eiche, auf der nochSpuren sind, welchen Eindruck der Erfinder vonihrer Dryade hatte. Die Gefühle sind zusammengewebt: ,,was sich beweget, lebt: was da tönet,
spricht — und da es für oder wider dich tönt, soists Freund, oder Feind: Gott oder Göttin; eshandelt aus Leidenschaften, wie du!"
Ein menschliches, sinnliches Geschöpf liebeich über diese Denkart: ich sehe überall den schwa-
chen , schüchternen Empfindsamen, der lieben, oderhassen, trauen oder fürchten muß, und diese Em-pfindungen aus seiner Brust über alle Wesen aus-breiten möchte. Ich sehe überall das schwache unddoch mächtige Geschöpf, das das ganze Weltallnöthig hat, und alles mit sich in Krieg und Frie-den verwickelt; das von allem abhängt, und doch