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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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I> Preisschrift

Sie tönte ihnen das Merkmahl nicht bloß vor, son-dern tief in die Seele: es klang, die Seele haschte< da hat sie ein tönendes Wort!

Der Mensch ist also als ein horchendes, mer-kendes Geschöpf zur Sprache natürlich gebildet;und selbst ein Blinder und Stummer, sichet man,müßte Sprache erfinden, wenn er nur nicht fühllosund taub ist. Setzet ihn gemächlich und behaglichauf eine einsame Insel: die Natur wird sich ihmdurchs Ohr offenbaren: tausend Geschöpfe, die

er nicht sehen kann, werden doch mit ihm zu spre-chen scheinen; und bliebe auch ewig sein Mund undsein Auge verschlossen, seine Seele bleibt nicht ganzohm Sprache Wenn die Blatter des Baumes demarmen Einsamen Kühlung herabrauschen, wennder vorbei murmelnde Bach ihn in den Schlaf wie-get, und der säuselnde West seine Wangen fächelt;das blockende Schaaf gibt ihm Milch, die rieselndeQuelle Wasser, der rauschende Baum Früchte;Interesse aenug, diese wohlthatigcn Wesen zu ken-nen, Dringniß genug, ohne Augen und Zunge inseiner Seele sic zu nennen. Der Baum wird ihmder Rauscher, der West Säusler, die Quelle Ries-ler heißen; da liegt ein kleines Wörterbuch fertig,und wartet auf das Gepräge der Sprach-Organe.Wie arm und sonderbar aber müßten die Vorstel-lungen seyn, die dieser Verstümmelte mit solchenSchallen verbindet *)!

^Diderot ist in seinem lehrreichen Briefe surles souräs et nurets kaum auf diese Haupt-