be komme, wie viel Versuche gemacht, wie viel Mcß-kunst erworben werden müsse, um diese Mcrkmahledeutlich zu gebrauchen; das war also nicht der füg-lichste Sinn zur Sprache. Zu dem waren seinePhänomene so kalt und stumm: die Empfindungender gröbern Sinne wiederum so undeutlich und ineinander gewebet, daß nach aller Natur, entwederNichts, oder das Ohr der erste Lehrmei-ster der Sprache wurde.
Da ist z. B. das Schaaf. Als Bild schwebetes dem Auge mit allen Gegenständen, Bildern undFarben auf Einer großen Naturtafel vor; wie vielist in ihm, und dies wie mühsam zu unterscheiden!Alle Merkmahle find verflochten neben einander; allealso noch unaussprechlich. Wer kann Gestalten re-den? Wer kann Farben tönen? Der Mensch nimmtdas Schaaf unter seine tastende Hand: dies Ge-fühl ist sicherer und voller; aber seine Merkmahlesind so voll, so dunkel in einander. — Wer kann,was er fühlt, sagen? Aber horch! das Schaaf blo-cket. Da reißt sich ein Merkmahl von der Leinwanddes Farbenbildes, worin so wenig zu unterscheidenwar, von selbst los: es dringet tief und deutlich indie Seele. „Ha!" sagt der lernende Unmündige,(wie jener blind Gewesene Cheselden's): „nunwerde ich dich wieder kennen — Du blockst." DieTurteltaube girrt, der Hund bellt; da sind dreyWorte, weil er drey deutliche Ideen versuchte, diesein seine Logik, jene in sein Wörterbuch einzuzeich-nen. Vernunft und Sprache thaten gemeinschaft-lich einen furchtsamen Schritt, und die Natur kamihnen auf halbem Wege entgegen durchs Gehör.