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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
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WaldeS lernte das mit ihnen? Und weil es keinBar lernen konnte, weil er nicht Anlage des Kör-pers und der Seele dazu besaß; so mußte der Men--schenbar diese ja noch immer im Zustande seiner Ver-wilderung erhalten haben. Denn hatte sie ihm bloßder Unterricht, die Gewohnheit gegeben, warumnicht dem Baren? Und was hieße cs doch, jemanddurch Unterricht Vernunft und Menschlichkeit geben,der sie nicht schon hat? Vermuthlich hat alsdenndiese Nadel dem Auge die Sehkraft gegeben, demsie die Staarhaut wcgfchaffet. Was wollen wiralso aus dem unnatürlichsten Falle von der Naturschließen? Gestehen wir aber ein, daß er ein un-natürlicher Fall sey; wohl, so bestätigt er die Natur,und weiset durch seine Abweichung auf die Menschen-möglichkeit der Sprache in einem bessern Zustande.

Die ganze Rousseau sehe Hypothese vonUngleichheit der Menschen ist, bekannter Weise, aufsolche Fälle der Abartung gebauet; und seine Zwei-fel gegen die Menschlichkeit der Sprache betreffenalso entweder falsche Ursprungsarten, oder die be-legte Schwierigkeit, daß schon Vernunft zur Sprach-ersindung gehöret hatte. Im ersten Fall haben sieRecht; im zweyten sind sie widerlegt, und lassen sichaus R ou sse au's Munde selbst widerlegen. SeinPhantom, der Naturmensch, dies entartete Ge-schöpf , das er auf der Einen Seite mit der Ver-nunftfahigkeit abspeiset, wird auf der andern mitder Perfectibilitat, und zwar mit ihr als Eharakter-Eigenschaft, in so hohem Grade belehnet, daß er da-durch von allen Lhiergattungcn lernen könne; und