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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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über den Ursprung der Spruche. 4 3

nen. Eben dies dritte, dies Merkmal wird mithininneres Mcrkwort; also folgt die Spruche uus demersten Actus der Vernunft gunz nutürlich. HerrSüßmilch will durlhun*): duß die höhern Anwen-dungen der Vernunft nicht ohne Sprache vor sichgehen konnten; und führt dazu Wolf's Worte nn,der aber auch nur ron diesem Falle in Wahrschein-lichkeiten redet. D?r Fall thut eigentlich nichts zurSuche: denn die hoher» Anwendungen der Vernunft,wie sie in den specnlativcn Wissenschaften Platz fin-den, waren nicht zu dem ersten Grundstein des Spru-chenbuues nöthig. Und doch ist auch dieser leicht zuerweisende Satz von Hrn. S. nur erläutert; duich e r w i e s e n zu haben glaube, duß selbst die er-ste, niedrigste Anwendung der Vernunft nicht ohneSprache geschehen konnte. Allein wenn er nun fol-gert:kein Mensch kann sich selbst Spruche erfundenHuben, weil schon zur Erfindung der Sprache Ver-nunft gehöret, .folglich schon Spruche hatte da seynmüssen, ehe sie da war/' so halte ich den ewigenKreisel an, besehe ihn recht, und nun sagt er gunzwas anders: kutio et Oratio! Wenn keine Ver-nunft dem Menschen ohne Sprache möglich war:wohl, so ist die Erfindung dieser dem Menschen sonatürlich, so ult, so ursprünglich, so charakteristisch,als der Gebrauch jener.

Ich habe Süßmilchs Schlußurt einen ewi-gen Kreisel genannt: denn ich kann ihn eben sowohlgegen ihn, als er gegen mich drehen : und das Spiel

*) Eben daselbst. S. 52.