über den Ursprung der Sprache. 3?
Der Mensch in den Zustand von Besonnenheitgesetzt, der ihm eigen ist, und diese Besonnenheit(Reflexion) zum erstenmal frei) wirkend, hat Spra-che erfunden. Denn was ist Reflexion? Was istSprache?
Diese Besonnenheit ist ihm charakteristisch eigen,und seiner Gattung wesentlich: so auch Spracheund eigne Erfindung der Sprache.
Erfindung der Sprache ist ihm also so natür-lich, als er ein Mensch ist! Lasset uns nur bey.deBegriffe entwickeln! Reflexion und Sprache. —
Der Mensch beweiset Reflexion, wenn die Kraftseiner Seele so frey wirket, daß sie in dem ganzenOccan von Empfindungen, der sie durch alle Sin-nen durchrauschet, Eine Welle, wenn ich so sagendarf, absondern, sie anhaltcn, die Aufmerksamkeitauf sie richten, und sich bewußt seyn kann, daß sieaufmerke. Er beweiset Reflexion, wenn er aus demganzen schwebenden Traum der Bilder, die seineSinne vorbeystrcichcn, sich in ein Moment desWachens sammeln, auf Einem Bilde freywillig ver-weilen, cs in Helle ruhigere Lbacht nehmen, undsich Merkmahle absondern kann, daß dies der Ge-genstand und kein andrer sey. Er beweiset also Re-flexion, wenn er nicht bloß alle Eigenschaften lebhaftoder klar erkennen, sondern Eine oder mehrere alsunterscheidende Eigenschaften Key sich anerkennenkann: der erste Actus dieser Anerkenntniß *) gibt
*) .Eine der schönsten Abhandlungen, das Wesen derRpperception aus physischen Bersu-