über den Ursprung der Sprache. 33
die Wörter Sinnlichkeit un-d Jnstinct, Fantasie undVernunft, doch nur Bestimmungen einer einzigenKraft sind, wo Entgegensetzungen einander aufhe-ben, daß —
Wenn der Mensch kein i n sti n c/m äß i-ges Thier seyn sollte, er vermöge der freyerwirkenden positiven Kraft seiner Seele ein beson-nenes Geschöpf seyn mußte. -Wenn
ich die Kette dieser Schlüsse noch einige Schritteweiter ziehe, so bekomme ich damit vor künftigenEinwendungen einen den Weg sehr kürzenden Vor-sprung.
Ist nämlich die Vernunft keine abgetheilte,einzeln wirkende Kraft, sondern eine seiner Gat-tung eigne Richtung aller Kräfte, so muß derMensch sie im ersten Zustande haben,da er Mensch ist. Im ersten Gedanken desKindes muß sich diese Besonnenheit zeigen, wie bey
dem Jnsect, daß es Jnscct war. --Das hat.
nun mehr als ein Schriftsteller nicht begreifen kön-nen , und daher ist die Materie, über die ich schrei-be, mit den rohesten Einwürfen angefüllet; aber siebegriffen es nicht, weil sie es mißverstanden. Heißtdenn vernünftig denken, mit ausgebildeterVernunft denken? Heißts, der Säugling denkemit Besonnenheit, er raisonnire wie ein Sophist aufseinem Katheder, oder wie der Staatsmann in sei-nem Cabinet? Glücklich und dreymal glücklich,daß ec von diesem ermattenden Wust von Vernünf-tcleyen noch nichts wußte! Aber stehet man nichtauch, daß dieser Einwurf bloß einen so und nichtanders, einen mehr oder minder gebil-Philos. und Gesch. II. LH. E