über den Ursprung der Spruche. 25
Ze größer aber der Kreis der Thiere: je un-terschiedner ihre Sinne — doch was darf ich wie-derholen ? Mit dem Menschen ändert sichdie Scene ganz. Was soll für seinen Wirkungs-kreis, auch selbst im dürftigsten Zustande, die Spra-che des redensten, am vielfachsten tönenden Thie-res? Was soll für seine zerstreuten Begierden, fürseine getheilte Aufmerksamkeit, für seine stumpferwitternden Sinne auch selbst die dunkle Sprachealler Thiere? Sie ist für ihn weder reich, noch deut-lich : weder hinreichend an Gegenständen, noch fürseine Organe — also durchaus nicht seine Spra-che: denn was heißt, wenn wir nicht mit Wortenspielen wollen, die ei g enthü mlich e Spracheeines Geschöpfs, als: die seiner Sphäre vonBedürfnissen und Arbeiten, der Organisation seinerSinne, der Richtung seiner Borstellungen und derStärke seiner Begierden angemessen ist? Und welcheThiersprache ist so für den Menschen?
Jedoch es bedarf auch dieser Frage nicht. Wel-che Sprache (außer der vorigen mechanischen^hat der Mensch so instinct mäßig, alsjede Thier gatt un g die ihrige in undnach ihrer Sphäre? Die Antwort ist kurz:keine! und eben diese kurze Antwort entscheidet.
Bei jedem Thiere ist, wie wir gesehen haben,seine Sprache eine Aeußecung so starker sinnlicherVorstellungen, daß diese zu Trieben werden: mit-hin ist Sprache, so wie Sinne und Vorstellungenund Triebe, ihm angc bohren und dem Thiereunmittelbar natürlich. Die Biene sumset,wie sie sauget; der Vogel singt, wie er nistet —aber wie spricht der Mensch von Natur?