über den Ursprung der Sprache. '5
sie tausendmal mehr, als die Wahrheit selbst wir-ken 'würde, wenn ihre leise, feine Stimme vomHimmel tönte. Diese Worte, dieser Ton, die Wen?,düng dieser gransende» Romanze u. s. w. drangenin unsrer Kindheit, da wir sie das erstemal hör-ten, ich weiß nicht, mit welchem Heere von Ne-benbegriffen des Schauders, der Feyer, des Schre-ckens, der Furcht, der Freude, in unsre Seele.Das Wort tönet, und wie eine Schaar von Gei-stern stehen sie alle mit Einmal in ikrer dunkelnMajestät aus dem Grabe auf; sie verdunkeln denreinen, bellen Begriff des Worts, der nur ohne siegefaßt werden konnte: das Wort ist weg, und derTon der Empfindung tönet. Dunkles Gefühl über-mannet unS; selbst der Leichtsinnige zittert — nichtüber Gedanken, sondern über Sylben, über Töneder Kindheit; und es war eben Zauberkraft desRedners, des Dichters, uns wieder zu Kindernzu machen. Kein Bedacht, keine Ueberlegung, dasbloße Naturgesetz lag zum Grunde: „Ton der
„Empfindung soll das sympathetische„Geschöpf in denselben Ton versetzen!"
Wollen wir also diese unmittelbaren Laute derEmpfindung Sprache nennen; so finde ich ihren Ur-sprung allerdings sehr natürlich. Er ist nicht bloßnicht übermenschlich, sondern offenbar thierisch: dasNaturgesetz einer empfindsamen Ma-s chine.
Aber ich kann meine Verwunderung nicht ber-gen, daß Philosophen, das ist, Leute, die deutlicheBegriffe suchen, je haben auf den Gedanken kom-men können: aus diesem Geschrei) der Empfindun-gen den Ursprung menschlicher Sprache völlig