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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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I. Preisschrift

der wahre Ton ihrer Laute nicht durch Buchstabengewählt werden kann. Der Engländer, wie quäleter sich, seine Töne zu schreiben, und wie wenig istder noch, der geschriebenes Englisch versteht, einsprechender Engländer? Der Franzose, der seineSylben weniger aus der Kehle hinauf höhlet, undder Halbgrieche, der Jtaliäner, der gleichsam ineiner höhern Gegend des Mundes, wie in einemfeinern Archer redet, behält immer noch lebendi-gen Ton. Seine Laute muffen innerhalb der Orga-ne bleiben, wo sie gebildet worden: als gewählteBuchstaben sind sic, so bequem und einartig sie derlange Schriftgebrauch gemacht habe, immer nurSchatten!

Das Factum ist also falsch, und der Schlußnoch falscher: er führet nicht auf einen göttlichen,sondern gerade umgekehrt, auf einen lhierischen Ur-sprung der Sprache. Nehmet die sogenannte gött-liche erste Sprache, die Hebräische, von der der größ-te Theil der Welt die Buchstaben geerbt hat. Daßsie in ihrem Anfänge so lebendig tönend gewesen,daß sie nur sehr unvollkommen geschrieben werdenkonnte: dies zeigt offenbar der ganze Bau ihrerGrammatik, ihre so vielfachen Verwechselungen ähn-licher Buchstaben, ja am allermeisten der völligeMangel ihrer Vocale. Woher kommt die Sonder-barkeit, daß ihre Buchstaben nur Mitlauter sind,und daß eben die Elemente der Worte, auf die al-les ankommt, die Selbstlauker, ursprünglich garnicht geschrieben wurden? Diese Schreibart ist demLaufe der gesunden Vernunft so entgegen, das Un-wesentliche zu schreiben und das Wesentliche auszu-