über den Ursprung der Sprache. 9
über so sehr, daß er mit aller Aufmerksamkeit dochoft nur die Hälfte des Worts wiederholet und sichlächerlich gemacht habe; wie weit lächerlicher hatteer die Sprache mit seinen Französischen Buchsta-ben beziffert? Der P. CHaumont, der fünfzigJahre unter den Huronen zugebracht, und sich aneine Grammatik ihrer Sprache gewagt hat, klagtdemohngeachtet über ihre Kehlbuchstaben und ihreunaussprechlichen Accente: „oft hätten zwcy Wör-ter, die ganz aus einerlei) Buchstaben bestünden,die verschiedensten Bedeutungen/' Garcilassode Vega beklagt sich über die Spanier, daß siedie Peruanische Sprache im Laute der Wörter ver-stellet, verstümmelt, verfälscht und aus bloßen Ver-fälschungen den Peruanern das ärgste Zeug ange-dichtet. De la Condamine sagt von einer klei-nen Nation am Amazonen-Fluß: „ein Lheil vonihren Wörtern könne nicht, auch nicht einmahl sehrunvollständig, geschrieben werden. Man müßte we-nigstens neun oder zehn Sylben gebrauchen, wo siein der Aussprache kaum drei) auszufprechen schei-nen." La Laubcre von der Siamschen Sprache:„unter zehn Wörtern, die der Europäer ausspricht,„versteht ein geborner Siamer vielleicht kein einzi-ges; man mag sich Mühe geben, so viel man will,„ihre Sprache mit unfern Buchstaben auszudrücken."Und was brauchen wir Völker aus so entlegenen En-den der Erde ? Unser kleine Rest ursprünglicher Völ-ker in Europa, Estländer, Lappen u. s. w., habenoft eben so halb-articulirte und unschreibbare Schalle,als die Huronen und Peruaner. Russen und Pohlen,deren Sprachen doch lange schon geschrieben undschriftgebildet sind, aspirirey noch immer so, daß