getan über Wunden der Seele oder des Körperswimmere ? ob dieses Geschrey von Furcht oder Schmerzerpreßt werde? ob dies weiche Ach sich mit einemKuß oder einer Throne an den Busen der Gelieb-ten drücke? — alle solche Unterschiede zu bestimmen,war diese Sprache nicht da. Sie sollte zum Gemahl»de hinrufen; dies Gcmählde wird schon vor sichselbst reden. Sie sollte tonen? nicht aber schildern. —Ueberbaupt granzen, nach jener Fabel des Sokra-tes , Schmerz und Wollust an einander. Die Na-tur hat in der Empfindung ihre Enden zusammengeknüpft; und was kann also die Sprache der Em-pfindung anders, als solche Bcrübrungs - Punctezeigen? —-Jetzt darf ich anwenden.
In allen ursprünglichen Sprachentönen noch Reste sdieser Naturtöne; nurfreylich sind sie nicht die Hauptfaden der mensch-lichen Sprache. Sie sind nicht die eigentlichenWurzeln, aber die Safte, die die Wurzeln derSprache beleben.
Eine feine, spat erfundene metaphysische Spra-che, die von der ursprünglichen Muttersprache desmenschlichen Geschlechts eine Abart vielleicht imvierten Gliede ist, und nach langen Jahrtausendender Abartung selbst wieder Jahrhunderte ihres Le-bens hindurch verfeinert, civilisirt und humanistrtworden: eine solche Sprache, das Kind der Ver-nunft und Gesellschaft, kann wenig oder nichts mehrvon der Kindheit ihrer ersten Mutter wissen; alleindie alten, die wilden Sprachen, je naher zum Ur-sprünge, enthalten davon desto mehr. Ich kann hiernoch nicht von der geringsten menschlichen Bil-dung der Sprache reden: sondern nur rohe Mate-