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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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Lehrmeinungen und Gebräuchen. 423

muntern, die Gewissen erleichtern, frevelnde Frech-heit zurückhalten und mit dem ernsten Siegel derWahrheit bezeichnen.

Zu dem Allgütigen lehrte Christus beten : ^ver-gilb mir meine Sünden, wi e i ch a n d e r n v er-gebc" und setzte hiemit von Gottes wegenallen Gewissensscrupeln ein unbestechbares, Men-schenfreundlich - moralisches Pressegesetz entgegen;statt über deine Vergebung bei Gott zu skrupuliren,sprach Christus, gehe hin und vergib deinem Bru-der." Um aber auch in Mens ch c n den brüderlich-moralischen Sinn über Vergehungen, Schwachheitenund Fehler auszuwecken, zu läutern, zu stärken,daß sic durch Beiralh, Trost und Warnung dieschwerste Last des Lebens, das Bewußtseyn thorich-ter Verirrungen gemeinschaftlich tragen lernten,und die Angst der Gewissen, die schwerste Angst,brüderlich theilten, rief er die Sündenvergebunggleichsam vom Himmel hernieder und gab 'sie, nichtPriestern, sondern Brüdern, Geist- und KraftvollenMenschen. Absichtlich hatte er oft die Heuchlergeärgert, daß Er Sünden vergab, obwohl er keinPriester war. Er sprach Trost zu, weil er insHerz der Menschen sah, wo dieses Trost bedurfte;und wie ihm, eben dieses vielgeprüften, mitleidcn-den Herzens wegen die Macht dcr Sünden-vergebung gegeben war, weil er menschlicheHerzen kannte; (Ebr. 4, 14 16. 5 , r g.) solegte er diese brüderliche Trostpflege und Wahrhcit-rügc als Amt des Geistes als unverletzbar heiligePflicht auf.