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Von Religion,
zusehen, der boshaft fehlte. Bei bcsserm Erkannt-niß der Wahrheit aber findet keine Jndulgenz statt;jede Sunde Hut ihren Lohn empfangen und empfängtihren Lohn; freventlicher Irrthum strafet sich ebenso wohl als freches Laster.
Zweiter E i n w u r f.
„Hat aber Christus nicht Diener bestellt, dieSünde vergeben und Sünde behalten?" Ja, undkönnen wir die Absicht dieser menschenfreundlichenAnordnung nur Einen Augenblick verkennen? Ebensie warS, die jene Knechtsgewohnheit einer Sünden-büßung vor Priestern durch die Substitution einesFremden völlig entfernen sollte; sie verwandelte daslobte Amt dcS Buchstabens in ein lebendiges Amtdes Geistes.
Denn wer sollte fortan Sünde vergeben? StattGottes Menschen, Menschen voll heiliges Geistes,Brüder. Nach dem Geist, der in ihnen war, soll-ten sie über brüderliche Vergehungen menschlich d. i.gewissenhaft urtheilen, also auch Rath geben, diemoralische Ucberzeugung ihrer Brüder starken undsie zu eigner Sicherheit führen. .Nicht über denWolken sollte man Trost und Belehrung suchen,sondern bei Menschen; bei Menschen, dre Schwach-heit kennen, weil sie selbst Schwachheiten haben,in denen aber der Geist, d. i. ein unbestochenesGefühl der Wahrheit spräche. Diese sollten auf-