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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
377
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Lehrmei >1 ungen und Gebräuchen. 377

is.

Hicmit ist schon eine Religion gegeben, dieälteste tiefste, daurendste Religion der Vater-,Mutter-, Geschwister-, Kindes-Treuc,deren Band aus dem Bande der Geschlechter ent»spönnen, von Bedürfnissen der Umstande gefestetund bewahrt, Ordnung der Natur ist. Liebeund Noth, haben cs gewcbet. Wenn Religionder Menschen Gewissen, d. i. ihr inneres thäli-gcs Bcwußtscyn ist von dem was sie sind und seynsollen, so entspringt die Gültigkeit derselben nichtdaher, daß der Mensch sie sich selbst setzt. Er istdurch sie gesetzt; sie gehöret nicht ihm, Ergehöret ihr an. Sie erweiset sich auch, diese Re-ligion, wie eine Religion sich erweisen kann undsoll, durch Seligkeit von innen, durch Glückseligkeitvon außen: denn jede Religion, als Regel gedacht,muß sich erweisen.

n.

In einem größern Inbegriff von Familien warddies Band umfassender; d. i. dieselbe Regelkam in einer höher n Potenz zum Vor-schein. Stämme sonderten sich; Liebe und Abnei-gung wirkten aus einander. Aus der Verwirrungentsprang eine Ordnung, die sie beherrschte, Gast-freundschaft, Vertrag, Bundesliebe.Der Schwächere, vom Starken unterdrückt, regtedas Herz eines Stärkern, daß er ihm beistand.Mitgefühl, die Regel der Billigkeit sprach für denUnterdrückten; er half ihm und erwarb ihn dadurch