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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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376
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376 Von Religion,

Kein früheres Bild bekam also der Mensch von einerihm zuvorkommenden, auf sein Verdienst nicht ge-bauten Bemühung für ihn als dies. Väterlich-mütterliche Liebe ward also in der ganzenNatur das höchste Bild, weil sie, der allgemeinehöchste Trieb der Naturwesen alles Zusammenhaltund ordnet. Was sich in Seinesgleichen nicht an-zuerkennen, sich für andere nicht zu bemühen undin ihnen zu leben vermag, träumt oder tändelt.Leben ist die Natur in Ausbildung der Seele unddes Körpers aller Geschlechter in Ausbildung neuerGeschlechter ist sie so r t w i rke nd e s Leben.

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Dem Erstgebornen folgten Geschwister. Ge-schwister-Neigung und Rivalität begegneten sich mitder väterlich-mütterlichen Neigung, eine von derNatur gegebne neue Synthese von mächtigerWirkung. Was Liebe und Mitcifer, gemeinschaft-liche und spornende Thätigkeit vermögen, kam indiesem kleinen Kreise von Vater, Mutter, Kindernund Geschwistern schon zum Vorschein; beide ein-ander entgegengesetzte Neigungen aber, von väterlich-mütterlichen Einsichten regiert, hielten und beför-derten ein Ganzes. Alle Früchte der Erfahrung,Erfindungen, Mühe, Genuß, pflanzten sich in diesemNaturgarten fort; nicht durch Spekulation, aus dersie nicht entsprossen waren, sondern durch Bedürfniß,Erziehung, Gewohnheit, Glauben und Ucbung:denn ein Kind, das erzogen wird, kann Anfangsnur glauben. Es glaubt gern, weil es die Lügenicht kennet, hat aber auch den Trieb in sich, nach-ahmend zu erforschen, zu prüfen; und wehe dem,der ein Kind tauschet!