Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
375
Einzelbild herunterladen
 

Lehrmeinungen und Gebräuchen. 3?5

solche. Deshalb hat sic dem Menschen eine Sphäregesetzt, außer welcher er ein Thor ist, innerhalbwelcher er nur durch Uebung, durch Erfahrung wird,was er werden soll. Mittelst dieser bekommt erGlauben an die Natur d. i. an dieEonsistcnzund Conscquenz der Dinge, die er in und mittelstseiner Natur, nicht außerhalb derselben, erfassetund behandelt. Denn Wir stnds und kein andrer,die der Natur glauben lernen; wir können undsollen ihr nur für uns selbst glauben.

7 -

Als lebende Wesen kommen wir auf dieWelt, nicht speculirende Scheinwesen. So viel Ka-tegorieen in unS verzeichnet seyn mögen, bedürfenwir Sinne, Kräfte, Triebe. Raum undZeit selbst, (was sie an sich auch seyn) sind unSnichts als gegebne Dimensionen für unsre Sinne,insonderheit für Auge und Ohr, denen die drillemächtigere Uebcrzeugung, das Gefühl des Da-seyns vorangeht. Alle Sinne in uns üben sichgemeinschaftlich auf diesem Kampfplatz, und die nachund nach erwachenden Triebe sind, wie ihr Namesagt, ihre Treiber und Helfer.

8 .

Menschen kommen wir auf die Welt; nichtreine Ideen, vom Himmel gesendet. Väterlich-mütterliche Liebe hat uns empfangen; väterlich-mütterliche Liebe erzog uns. Zn keinem Fach desDenkens steht dieser Trieb, der allgemeinste derNatur, die ewig - sprossende Wurzel alles DafeynS.